Liste Köln 18. - 22. April 2007
Messe für aktuelle Kunst / fair for contemporary art
chelsea galerie an der liste koeln 2007

Die Chelsea Galerie vertritt an der Liste Köln 07:

• Susanne Dietz (D)
• Monica Ursina Jäger (CH)
• Klaus Lomnitzer (D)

 

 
Galerieninformation
Einzelausstellungen mit nationaler und internationaler Gegenwartskunst wie Malerei, Zeichnung, Objekt, Fotografie, Video sind das Kristallisat der Ausstellungstätigkeit. Thematische Ausstellungen, raumbezogene Installationen und Interventionen bilden ein experimentell erweitertes Feld der Chelsea Galerie.
Seit 2006 wird im Projektraum Basel ’H95 - Raum für Kultur’, ein Forum für internationale Kunstprojekte sowie ein Parkett zur Förderung und Begleitung von internationalen jungen KünstlerInnen angeboten.
Mitgliedgalerie EAP European-Art-Project, www.european-art-project.com
Seit 2004 internationale Messepräsenz.

Susanne Dietz
geb. 1978, studiert seit 2001 Freie Bildende Kunst an der Akademie für Bildende Künste Mainz
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Susanne Dietz spricht im Zusammenhang mit ihrer künstlerischen Arbeit mitunter von einer "Produktion paranoider Papierparallelwelten": Ausgehend von der vorwiegend figürlichen Zeichnung und mit den Mitteln der Collage schafft sie in einem fortdauernden Prozess des Sammelns und Ausschneidens von Zeitungsbildern, fremden und eigenen Fotografien, Abbildungen aus Büchern sowie eigenen Zeichnungen und Malereien beeindruckende Wände überwuchernde Ensembles, die in Grösse und Zusammenstellung immer wieder variiert werden. Dabei wird das Repertoire des Schwarz/Weiss/Grau (vornehmlich in Zeichnung und Photographie) auf alle erdenklichen Möglichkeiten hin befragt und bearbeitet. Dies geschieht mit spielerischem Witz und Sinn für das Surreale, das Absurde und die Geschenke des Zufalls, worin sich der zutiefst künstlerische Versuch ausdrückt, sich immer wieder selbst zu überraschen und sich dabei der Möglichkeit des Scheiterns bewusst auszusetzen. Diese Unzahl einzelner "Versatzstücke" in Form von fragilen, über die Wand wachsenden Reliefs widersetzt sich als Ganzes in ihrer Komplexität und Wandlungsmöglichkeit der traditionellen Definition von Bild und tritt so in einen Dialog mit der ständig auf uns niedergehenden Bilderflut, die ihrerseits durchforstet, untersucht, bereinigt, konzentriert, manipuliert und kommentiert wird.

 

Monica Ursina Jäger
geb. 1974 in Thalwil (CH), lebt und arbeitet in London.

Katalog emerging artists Switzerland, Sammlung Essl, Wien
In dunkeln, winterlichen Wäldern sinnieren verlorene Figuren, einsame Hütten leuchten in der Nacht, Himmel stürzen senkrecht zu Boden, Menschen fotografieren in die Leere; Die Orte wirken verlassen, es scheint, als komme man als Betrachter zu spät.
In den Arbeiten auf Papier verbinden sich philosophische Themen und absurde Momente, immer darauf bedacht, dass eine sanfte Ironie das Pathos bricht. Die Bildmotive entstehen in einem langsamen Trans-formationsprozess, indem ich gesammelte Bildfragmente aus ihren bekannten Kontexten löse und sie so zusammenführe, bis die Komposition meinen Vorstellungen entspricht. Die Bildsuche wird dabei zu einem seismografischen Forschen; das Bild steht dann, wenn sich eine Geschichte entwickelt. Ich folge während dem Entstehungsprozess einer inneren Spur, die sich orientiert an meinen existentiellen Fragen zur Welt.
In den reliefartigen Nagelbildern hebt sich vor dem Hintergrund einer gemalten Landschaft eine zweite Bildebene ab, deren Konturen mit feinen Stahlstiften und sich darum windenden alten Kassettenbändern gezeichnet sind. Die zerfurchten Böden und kahlen Wälder lösen sich in fleckenhafte Formen auf, die Landschaft kippt in die Abstraktion. Die Natur zeigt hier ihre bedrohlichen, unkontrollierbaren Seiten; Himmel tropfen zäh herab und Vogelschwärme verdunkeln den Horizont. Über den einzelnen Bildern schwebt für mich immer die Frage: Wie charakterisiert sich unser Verhältnis zur Natur? Wann dient sie uns als Projektionsfläche für unsere Sehnsüchte und Ängste? Findet man Trost? Ist das, was ist, nur eine Illusion?
Mein Masterstudium MFA Fine Arts am Goldsmiths College, London und künftige Ausstellungsprojekte erlauben mir, diese Auseinandersetzung in einem internationalen Kontext zur Diskussion zustellen. Der Arbeitsschwerpunkt liegt hierfür auf der konzeptuellen Weiterentwicklung der Arbeit. Gleichzeitig stelle ich mich weiterhin der Bilderflut und lenke sie so um, bis mein eigenes Universum daraus entsteht.

 

Klaus Lomnitzer
geb. 1970 in Marburg, lebt und arbeitet in Frankfurt.

Klaus Lomnitzer befragt in seiner Kunst die ihm zugängliche und offene Welt, er befragt sie so eindringlich, dass ihre Begrenzung offensichtlich wird und formuliert einen Wunsch nach deren Überwindung. Dabei ist seine Kunst zum einen ungemein gegenstandstreu, so gut wie immer erkennt man auf seinen Bildern etwas gegenständlich-figürliches und zum anderen ist seine Kunst ausserordentlich gegenstandsfrei. Mit Blick auf die technischen Möglichkeiten neuer Bildmedien realisiert er traumhafte Bilder mit verkapselten Erinnerungen und assoziativen Wiedererkennen. Die einerseits aus eigenen Erfahrungen, z.B. Wanderungen, Reisen oder Naturerlebnissen resultierende Bilderwelt wir ergänzt durch viele mediale Eindrücke unseres durchtechnisierten Zeitalters. In zumeist längeren Arbeitsprozessen entstehen so Bildwerke, die von organischen und biomorphen Formen geprägt sind. Mit aus der Natur entlehnten Formen, die er in unterschiedlichen Abstraktionsgraden und bisweilen surrealen Zusammenhängen präsentiert, verrätselt der Künstler die Welt, um sie jenseits ihrer vermeintlichen Konstruktion und Ausrechenbarkeit zu erkennen.

 

 

 

 
 
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Chelsea Galerie an der Liste Koeln 2007