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Gido Wiederkehr Malerei

 

Ausstellung 5. September bis 9. Oktober 2004

 

Mit seinen streng geometrischen Bildordnungen knüpft Gido Wiederkehr an die Tradition der konkreten Kunst an, unterscheidet sich aber in gewissen Aspekten. Auch seine Arbeiten folgen eigenen Gesetzen und entstehen ohne Anlehnung an Naturerscheinungen. Jedoch herrscht hier weniger der sachlich-konstruktive Charakter vor als auch emotionale Aspekte zum Tragen kommen. Es geht offensichtlich um den Farbausdruck und dessen Empfindung.
Die geometrische Ordnung schafft eine Voraussetzung dafür, dass die Kraft der Farbe sich entfalten kann. Sie entsteht nicht auf dem Reissbrett und lässt sich auch nicht auf arithmetische Regeln zurückführen. Vielmehr spielen Intuition und subjektive Farbwahl im schöpferischen Prozess eine zentrale Rolle. Nicht im Sinne einer malerischen Geste oder persönlichen Handschrift, sondern im Erspüren der Farb-Wirkung und im spielerischen Erproben von vorgegebenen Systemen: Seine Werke zeugen genauso von gedanklicher als auch von sinnlicher Autonomie.
Faszinierend ist der Reichtum an Farbnuancen und die grosse Leuchtkraft seiner Bilder. In der dünnschichtigen Malerei manifestiert sich auf eindrückliche Weise das Wesen des Lichtes. Licht-Energie wird über die farbigen Lasuren transportiert und lässt das Bild beinahe körperlos erscheinen. Besonders gut lässt sich das den weisstonigen Werken beobachten, die sich einerseits mit der Wand verbinden, sich andrerseits in einer vibrierenden Farbigkeit verselbständigen. So entsteht der Eindruck, als sei das Bild im Begriff, sich von seinen materiellen Gegebenheiten zu lösen, um als virtueller Körper weiter zu existieren.

Auszug aus der Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung 5.9.2004
Iris Kretzschmar